Berühmten Personen - Besuchern
Ema Destinová (Emilie Pavlína Kittlová, 1878 - 1930)

Ausgezeichnete tschechische Opernsängerin (Sopranistin). Mitglied der Hofoper in Berlin und der Metropolitan Opera in New York, Ehrenmitglied des Nationaltheaters in Prag. Sie trat u.a. in Bayreuth, Paris, London, Washington, Chicago und San Francisco in Opern von Smetana, Weber, Wagner, Verdi, Puccini, R. Strauss u.a. auf. Nach dem Triumph im Londoner Covent Garden (mit Enrico Caruso in Leoncavallos Komödianten) trat sie am 3. August 1904 in Mariánské Lázně (Marienbad) mit dem deutschen Pianisten Arthur Hochmann auf dem Konzert im Gesellschaftshaus Casino (damals Kursaal) beim Nové Lázně (Neuen Bad) auf.
Antonín Dvořák (1841 - 1904)

Tschechischer Komponist, Mitbegründer der neuzeitlichen tschechischen Nationalmusik. Zunächst wirkte er als Organist, Violinist und Musiklehrer, später als Komponist und Direktor des Konservatoriums in Prag und New York. Freund von J. Brahms, der sein Talent erkannte und ihn in den Anfängen unterstützte. Er wirkte erfolgreich in den USA und Großbritannien und erhielt viele ausländische Auszeichnungen. Autor der Opern „Jakobín“ („Der Jakobiner“), „Čert a Káča“(„Der Teufel und Käthe“), Rusalka, des Zyklus „Slovanské tance“ („Slawische Tänze“) usw. Mariánské Lázně (Marienbad) besuchte er im August 1875 auf der Reise von Karlovy Vary (Karlsbad) zum Schloß Sychrov in Nordböhmen.
Thomas Alva Edison (1847 - 1931)

Genialer amerikanischer Erfinder und Unternehmer. Phänomenaler technischer Konstrukteur und Entdecker im Bereich der Nutzung des elektrischen Stroms. Er meldete an die 1300 Patente und Erfindungen von ihm selbst und seinem Mitarbeiterteam an. Er erfand den Phonograph (1877), das Mikrofon (1878), die Glühbirne (1879), die elektrische Lokomotive (1880), den Dynamo (1801), die Sicherung (1885), den Akkumulator (1900), das Elektromobil (1902) oder den Hubschrauber (1908). Der „Prometheus der modernen Zeit“ besuchte Mariánské Lázně (Marienbad) im September 1911 mit seiner zweiten Ehegattin und drei Kindern auf der Reise von Prag nach Nürnberg. Er wohnte damals im neuen Hotel Esplanade (Karlovarská ulice Konskr.-Nr. 434).
Edward VII. (1841 - 1910)

Herrscher des Vereinigten Königreiches Großbritannien und Irland 1901 - 1910. Sohn von Königin Viktoria. Als langjähriger Thronfolger bereiste er oft die Welt, häufig im Interesse der Außenpolitik seines Landes. Zu seiner Zeit war Großbritannien eine führende Industrie- und Kolonialmacht, die ihren Einfluß in allen Erdteilen diplomatisch und militärisch durchsetzte. Unter der Regierung Edwards verließ sie die traditionelle Politik der „großartigen Isolierung“ und näherte sich an Japan, Frankreich und Rußland an. Damit reihte sie sich am Vorabend des 1. Weltkrieges unter die Mächte der späteren Entente ein. Edward besuchte Mariánské Lázně (Marienbad) neunmal als „Lord Renfrew“ oder Herzog von Lancaster. Sein Inkognito war hier jedoch bekannt. Er kam immer im August und wohnte im Hotel Klinger Konskr.-Nr. 36 (1897, heute abgerissen) oder im Hotel Stadt Weimar/Kaukasus Konskr.-Nr. 9 auf dem Goetheplatz (Goethovo náměstí)(1899 und 1903 - 1909). 1904 traf er sich hier mit dem österreichischen Kaiser Franz Josef I., 1907 verhandelte er hier mit dem russischen Außenminister Iswolskij und mit dem französischen Ministerpräsidenten Clemenceau, 1908 mit dem bulgarischen Fürsten Ferdinand.
František Josef I. (1830 - 1916)

Vorletzter österreichischer Kaiser. Während seiner langen Regierungszeit (1848 - 1916) änderte sich die Habsburgische Donaumonarchie in eine konstitutionelle und teilweise in eine föderative Monarchie (Österreich-Ungarn, ab 1867). Von einem Feudalstaat wandelte sie sich in einen Agrar- und Industriestaat um. Die erfolglosen Kriege mit Frankreich (1859) und Preußen (1866) bedeuteten einen Verlust des Einflusses in Italien und Deutschland, was mit einer imperialistischen Politik auf dem Balkan kompensiert wurde. Die Großmachtambitionen und das Bündnis mit dem Deutschen Reich trieben die Monarchie in den 1. Weltkrieg. Dieser führte zu ihrem Untergang, u.a. auch deshalb, weil es am Willen mangelte, radikale innere Reformen durchzuführen, die den beherrschten Ländern eine größere Autonomie gebracht hätten. Auf den Wiener Börsenkrach (1873) und eine kurze wirtschaftliche Depression folgte eine Zeit der inneren Konsolidierung und Prosperität, die bis zum 1. Weltkrieg andauerte. Diese „Belle Epoque“ brachte eine Konjunktur und einen Aufschwung in Mariánské Lázně (Marienbad), das Franz Josef bereits 1865 zur Stadt erhoben hatte. Der Kaiser besuchte Mariánské Lázně zweimal. Zum ersten Mal am 5. September 1847 als 17jähriger Erzherzog mit seinen jüngeren Brüdern Ferdinand Maxmilian (dem späteren Kaiser von Mexiko) und Karl Ludwig. Damals wohnten Sie mit ihrer Begleitung im Gasthaus Klinger Konskr.-Nr. 36 (abgerissen - Areal Arnika). Zum zweiten Mal traf sich hier der Kaiser am 16. August 1904 mit dem englischen König Edward VII. Er wohnte in der Villa Konskr.-Nr. 33 (Luginsland, heute Lil in der Anglická ulice). Am 17.8. reiste er nach Karlovy Vary (Karlsbad) ab.
Sigmund Freud (1856 - 1939)
Hervorragender österreichischer Neurologe und Psychiater jüdischer Herkunft. Er stammte aus Příbor in Mähren. Er beschäftigte sich mit dem Studium der Wirkungen von Drogen, mit der Hysterie und Neurosen und arbeitete Psychoanalysemethoden aus. Er definierte den Begriff „Unterbewußtsein“, charakterisierte die Äußerungen der kindlichen Sexualität und beschrieb die Struktur der menschlichen Psyche und Persönlichkeit. Er deutete Träume und Neurosen als Äußerungen der unterdrückten Sexualtriebe und von Traumata. 1910 gründete er die Internationale Psychoanalytische Gesellschaft. Im Juli 1913 wohnte er in Mariánské Lázně (Marienbad) mit der Ehegattin, den Töchtern und der Schwägerin im Haus KOnskr.-Nr. 370 (Villa Turba, heute Städtische Bücherei).
Johann Wolfgang Goethe (1749 - 1832)

Johann Wolfgang Goethe besuchte Marienbad insgesamt dreimal 1821, 1822 und 1823. Hier unternahm er oft naturwissenschaftliche Ausflüge in die breite Umgebung wobei er umfangreiche mineralogische und botanische Sammlungen zusammensetzte. Er begegnete hier vielen bedeutsamen Persönlichkeiten seiner Zeit - Graf Kaspar Sternberg, Komponisten Václav Jan Tomášek, Chemiker Jöns Jakob Berzelius, Josef Dobrovský... Freundschaftliche Beziehungen hatte er auch zu vornehmen Persönlichkeiten der Stadt - mit den Kurärzten Karl Josef Heidler, F. Scheu, mit dem Abt des Teplá Klosters K. K. Reitenberger. Er erlebte hier auch die letzte große Liebe seines Lebens zur jungen Ulrika von Lewetzow.
Henrik Ibsen (1828 - 1906)
Norwegischer Dramatiker von Weltruhm. Begründer des modernen psychologisch-realistischen Dramas. Sukzessive war er Dramaturg, Regisseur und Theaterdirektor in Bergen und Oslo. Unzufrieden mit den Verhältnissen in seinem Heimatland, lebte er 1864-1892 im freiwilligen Exil in Italien und Deutschland. Dort schrieb er seine wertvollsten Stücke, die verschiedene Formen der Verstellung, Ungerechtigkeit und falschen Moral der Gesellschaft kritisieren (die Dramen „Peer Gynt“, „Stützen der Gesellschaft“, „Nora oder ein Puppenheim“, „Ein Volksfeind“, „Die Wildente“, „Hedda Gabler“ u.a.). Er beeinflußte eine Reihe von Weltdramatikern. Er soll 1899 in Mariánské Lázně (Marienbad) gewesen sein, über seinen Aufenthalt ist hier aber nichts Näheres bekannt. Seinen Namen trägt die Straße nahe der Kreuzquelle.
Franz Kafka (1883 - 1924)

Bedeutendster jüdischer Prager Schriftsteller, der deutsch schrieb. Anwalt, Versicherungsbeamter, später pensioniert. Er starb an TBC. Seine wichtigsten Romane, Traumvisionen von sensiblen Personen, die mit der absurden Maschinerie der entmenschlichten modernen Zivilisation konfrontiert sind, wurden erst in den 40er Jahren des 20. Jh. herausgegeben und sicherten ihm Nachruhm und Anerkennung. In Mariánské Lázně (Marienbad) verbrachte er ab 4. Juli 1916 zehn Tage, größtenteils in der Gesellschaft seiner Freundin Felica Bauer, mit der er sich zweimal verlobte und trennte. Er wohnte ihm Hotel Balmoral (Konskr.-Nr. 390 hinter dem Stadttheater) und besuchte das Tal bei der Waldquelle.
Gustav Mahler (1860 - 1911)
Österreichischer Komponist und Dirigent. Er stammte aus Böhmen und war Schüler des Komponisten A. Bruckner. Er wirkte im Stadttheater in Prag, Leipzig und Hamburg. Sukzessive versah er die Funktion des Direktors der Königlichen Oper in Budapest und der Hofoper in Wien. Er gastierte in den USA. Er arbeitete mit führenden Musikinterpreten seiner Zeit zusammen, u.a. mit Ema Destinnová. Er komponierte eine Reihe von Symphonien und propagierte die tschechische Musik im Ausland. Er wohnte ab 28. Juli 1889 in Mariánské Lázně (Marienbad) im Haus Konskr.-Nr. 52 (Englischer Hof/Sofia in der Hlavní třída).
Friedrich Nietzsche (1844 - 1900)
Deutscher irrationalistischer Philosoph. Er lehrte als Philologe und Philosoph in Deutschland und in der Schweiz. Er war stark beeinflußt von der Philosophie A. Schopenhauers und von der Musik R. Wagners. Seine langjährigen gesundheitlichen Probleme gipfelten in einer seelischen Krankheit am Ende seines Lebens. Nach einem Heilaufenthalt im Frühling in Venedig ließ er sich 1880 in Mariánské Lázně (Marienbad) behandeln. Hier wohnte er vom 6.7. bis mindestens 23.8.1880 in Ušovice im Haus Eremitage. In ihm wurde er am 19.7.1880 Zeuge einer Polizeirazzia gegen eine Falschmünzerbande, zu der auch ein Mieter des Hauses, sein Unterkunftgeber Franz Maneth, gehörte.
Albert Schweitzer (1875 - 1965)
Weltbekannter Arzt, Philosoph und Humanist. Friedensnobelpreisträger, Kernwaffengegner. Ursprünglich Doktor der Philosophie und Dozent der Theologie an der Universität in Straßburg. 1912 gründete er im afrikanischen Lambaréné (heute Gabun) das berühmte Krankenhaus, das er bis 1965 führte. Zur Sicherung seines Betriebes unternahm er Vortrags- und Konzerttourneen auf der ganzen Welt. Während einer davon besuchte er auch Mariánské Lázně (Marienbad), wo er am 17. Januar 1923 unter regem Interesse der Öffentlichkeit in der evangelischen Kirche ein Orgelkonzert gab. Er wohnte in Ušovice im Haus Biarritz, Konskr.-Nr. 162 (Zeyerova ulice l).
Johann Strauss (1825 - 1899)

Populärer österreichischer Komponist, „Walzerkönig“. Sohn des gleichnamigen Komponisten und Kapellmeisters. Komponist von fast 500 Werken: Tanz- und Konzertmusik, 1 Oper und 16 Operetten. Ab 19 Jahren leitete er ein eigenes Orchester, mit dem er Welterfolg errang. Sein Schaffen schätzten Brahms, Rubinstein, Verdi, Wagner. In Mariánské Lázně (Marienbad) wohnte er mit der Familie 1890 (im Hotel Casino/Pelnář Konskr.-Nr. 123) und l89l (in der Villa Něva/Vesna Konskr.-Nr. 124, beide Häuser in der Ruská ulice). Nach der Nachricht seines Todes ehrte das hiesige Theater sein Andenken und Werk mit der Aufführung der Operette „Die Fledermaus“ am 8.6.1899.
Václav Beneš Třebízský (1849 - 1884)
Tschechischer katholischer Priester und Heimatdichter. Er wirkte als Katechet in Mittelböhmen. Populärer Autor von elegischen Erzählungen und Romanen aus der tschechischen Nationalgeschichte. In Mariánské Lázně (Marienbad) war er ab 5. August 1873 auf Kur, wo er als Student im Staré Lázně (Alten Bad) (umgebaut)wohnte, ab 3. Juli 1884 lebte er zunächst im Hotel Rudolfshof (Konskr.-Nr. 160, heute Hauptpost) und danach in der Pension Stadt Moskau (Konskr.-Nr. 118, heute Třebízský), wo er am 20.6.1884 an TBC starb. Er freundete sich mit dem bedeutenden Journalisten Gustav Eim an und schrieb hier seine letzte Erzählung „Totgetreten“, die in der Prager Zeitschrift „Lumír“ abgedruckt wurde. Das Sterbehaus Konskr.-Nr. 118 trägt seinen Namen und eine Gedenktafel, ebenso die Straße und das Denkmal bei der Waldquelle.
Mark Twain (Samuel Langhorne Clemens, 1835 - 1910)
Amerikanischer Schriftsteller von Erzählungen, Romanen und Reiseberichten. Humorist, Satiriker und kritischer Realist. U.a. Autor der Bücher „Tom Sawyers Abenteuer“, „Das vergoldete Zeitalter“ und „Der Prinz und der Bettelknabe“. Er beeinflußte stark die moderne amerikanische Prosa. In der Jugend wechselte er eine Reihe von Berufen(Drucker, Prospektor, Schiffslotse, Journalist u.a.), reiste viel durch die Vereinigten Staaten und lernte diese gründlich kennen. Er besuchte wiederholt Europa und unternahm eine Vortragsreise durch die Welt. Er kritisierte scharf die Kolonialpraktiken und Korruption im öffentlichen Leben. 1891 besuchte er mit der Familie Mariánské Lázně (Marienbad), das er in der Reiseskizze, die 1892 in der britischen Zeitung „The London Illustrated News“ erschien, als „österreichische Gesundheitsfabrik“ bezeichnete. Er wohnte hier im Haus Englischer Hof/Sofia auf der Hlavní třída Konskr.-Nr. 5.
Fryderyk Chopin (1810 - 1849)
der im Sommer 1836 im Haus ZUM WEISSEN SCHWAN (heute CHOPINHAUS) wohnte.
Neun Tage war er mit der Kutsche aus Paris, wo er als Emigrant lebte, zu seiner großen Liebe, Marie Wodziňska, gereist. Hier spielte er auf dem Klavier für eine kleine Gesellschaft, hier porträtierte ihn Marie Wodziňska. Der hiesige Aufenthalt, bei kühlem regnerischem Wetter, war dem an schwerem Asthma und beginnender Tuberkulose Leidenden nicht förderlich. In seiner Beziehung zu Marie Wodziňska fiel die Entscheidung noch im gleichen Jahr in Dresden. Und zwar tat dies ihr Vater, ein reicher Gutsbesitzer, der in Chopin wohl einen angenehmen Menschen, jedoch mit keiner gesicherten materiellen Existenz, sah. Deshalb sprach er ein entschiedenes Nein aus. Nach Chopins Tod im Jahre 1849 fand man in dessen Pariser Wohnung ein Päckchen mit Briefen von den Wodziňskis, verschnürt mit einem Bindfaden und der Aufschrift: Mo.IA BIEDA (MEIN ELEND).
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