Berühmten Personen
Johann Nepomuk Felbinger (1768 - 1855).
Der erste Chronist von Mariánské Lázně (Marienbad) war der pensionierte Buchhalter des Klosters Teplá Johann Nepomuk Felbinger (26.2.1768 - 8.3.1855). 1816-1817 errichtete er hier das erste zweistöckige gemauerte Haus. Er erlebte persönlich die Umwandlung des unwirtlichen Tals in eine freundliche Kurstadt und verfaßte nach den von ihm geführten Aufzeichnungen 1835-1855 eine private Kurchronik. Seine Retrospektive reicht bis 1786 zurück. Bis heute ist die Chronik die einzige Quelle über die Anfänge der Stadt. Felbinger illustrierte die Chronik selbst, wobei er eine Reihe von Bauten erfaßte, die später verschwanden oder wesentlich umgebaut wurden, sodaß seine Chronik für die Geschichte der Stadt auch eine bedeutende ikonographische Quelle darstellt.
Josef Dyonys Halbmayr (1813 - 1879)
1845 - 1848 versah er die Funktion des Gemeindevorstehers, 1861 - 1861 und 1867 - 1873 war er Bürgermeister der Stadt. Erfolgereicher Unternehmer, ursprünglich aus dem bayrischen München, Schwiegersohn des reichen Hoteliers Albert Klinger und Besitzer der größten Hotels der Stadt: Altes Klinger (Konskr.-Nr. 36), Neues Klinger (Konskr.-Nr. 33), Halbmayr-Haus (Konskr.-Nr. 32, früher „Rozkvět“ („Blüte“), heute „Mondorf“), die er großzügig umbauen ließ. Um 1871 ließ er das neue Hotel Louisendorf (Chebská ulice Konskr.-Nr. 252), 1875 das Hotel Maxhof (Konskr.-Nr. 141, heute Maxim auf dem Mírové náměstí) errichten. Freigebiger Mäzen, Vorsitzender und Ehrenmitglied vieler Vereinigungen und Vereine. Unter seiner Amtszeit erhielt die Stadt das gemauerte Theater, die Waldquellenkolonnade und 1872 den Bahnhof, der über Plzeň (Pilsen) und Cheb (Eger) die Bahnverbindung zwischen Wien und Deutschland gewährleistete, die für den weiteren Zustrom von Kurgästen wichtig war. Die Verbauung wurde u.a. um den Teil der Anglická ulice und Ruská ulice erweitert.
Die Familie besaß u.a. auch eine Dampfmühle und eine Bäckerei in Plzeň. Die Söhne Josef Anton (1846 - 1903) und Maxmilian Franz (1854 - 1903) setzten die Tradition des Mäzenentums fort und beteiligten sich ebenfalls an der Stadtverwaltung (unter anderem besaßen sie Anteile an der Städtischen Sparkasse, die 1882 gegründet wurde). Maxmilian F. Halbmayr vermachte der Stadt 1903 seine Villa Luginsland (Konskr.-Nr. 332, heute Lil) in der 1904 Kaiser Franz Josef I. die Ostseite des Geländes bewohnte. Zustand um 1900. Kopie der kolorierten Ansichtskarte durch den Apotheker C. Brem und J. Hufnagel-Schildbach, Besitzer des Hauses Konskr.-Nr. 11 (Museum).
MUDr. August Lorenz Herzig (1839 - 1901)
MUDr. August Lorenz Herzig (20.3.1839 - 25.9.1901) war Bürgermeister der Stadt in den Jahren 1873 - 1880 und 1892 - 1899. In seiner Amtszeit erfuhr Mariánské Lázně (Marienbad) eine stürmische Entwicklung, zu der er mit vielen Initiativen beitrug. In Anerkennung seiner Umsicht, Opferbereitschaft und Verdienste wurde ihm 1913 im Stadtpark ein Denkmal enthüllt, das im 2. Weltkrieg eingeschmolzen wurde. Es wurde von Edmund Klotz aus Wien geschaffen.
Josef Schaffer (1862 - 1938)
Er studierte Architektur in Wien. 1889 berief ihn Abt Clementso in die Funktion des Architekten, Baumeisters und Direktors der klösterlichen Kureinrichtungen in Mariánské Lázně (Marienbad). Er errichtete hier mit seinem Schwiegervater, dem Baumeister Johann König, eine Reihe von monumentalen Bauten im Neorenaissancestil. Bauten J. Schaffers: Gesellschaftshaus Casino aus den Jahren 1898 - 1900, hinter dem Nové Lázně (Neuen Bad) aus den Jahren 1893 - 1895. Das Centrální Lázně (Zentrale Bad) erbaute J. Schaffer 1889 - 1892 an der Stelle des Staré Lázně (Alten Bades). Das repräsentativste Gebäude der Stadt, Nové Lázně, errichtete J. Schaffer 1893 - 1895.
1898 erbaute J. Schaffer das Städtische Krankenhaus. Der große Saal des Gesellschaftshauses Casino stammt aus dem Jahr 1900.
Václav Skalník (1776 - 1861)

Hervorragender Gartenarchitekt und Parkplaner in Mariánské Lázně (Marienbad). Ab 1817 führte er hier großzügige Gestaltungen der Moorlandschaft durch und schuf zusammen mit Abt Reitenberger und Doktor Nehr die Voraussetzungen zur Errichtung einer Kurstadt. In ihrer Mitte legte er einen englischen Park mit einem Ausmaß von 18 Hektar an, entwarf und schuf die Terrasse der Promenade zwischen der Kreuzquelle und der Karolinenquelle, führte Terraingestaltungen des Horní náměstí (Oberen Platzes) (heute Goethovo náměstí (Goethe-Platz)) durch, setzte eine Vielzahl heimischer und ausländischer Hölzer aus, legte Park- und Waldwege in der Umgebung an, errichte Brücken über Bäche und gestaltete die Quellen. Das Kloster Teplá ernannte ihn 1824 zum Gemeindevorsteher und betraute ihn mit der Leitung des Bau-, Kultur-, Finanz- und Sozialamtes. Er beaufsichtigte auch den Kurbetrieb und den Mineralwasserversand. Er widmete sich volle 44 Jahre der Anlage von Parks und dem Ausbau der Stadt. Mariánské Lázně hält sich im Zentrum bis heute an Skalníks Konzeption und dessen Flächennutzungspläne.
Auch sein Sohn Karel und sein Enkel Albert setzten hier die Familientradition der Gartenarchitekten fort.
Friedrich Zickler (1829 - 1899)
Der Baumeister, dessen Porträt nicht erhalten ist, errichtete in der 2. Hälfte des 19. Jh. eine Reihe von Bauten, die bis heute das Aussehen der Stadt prägen (Stadttheater, Rathaus, Aussichtswarte, Waldquellenpavillon, seine Villa in der Třebízského ulice Konskr.-Nr. 107 usw.).

Josef Jan Nehr (1752 - 1821)
Josef Jan Nehr wurde am 8. Mai 1752 in Teplá geboren. Er studierte am Klostergymnasium und an der Universität in Prag. Nehr ließ das erste gemauerte Haus für die Unterkunft der Kranken bauen. Als er 1779 sein Studium beendete, übernahm er das Dekret des Klosterarztes. Die Heilwirkung der hießigen Quellen beschrieb Dr. Nehr in seinem Buch: Die Beschreibung der Quellen von Mariánské Lázně auf dem Grundbesitz des Klosters Teplá in der Nähe der Gemeinde Úsovice. Das Buch erschien in den Jahren 1813 und 1817. Doktor Nehr starb 1820. Da er keine Kinder hatte und selbst aus einer armen Familie stammte, hinterließ er sein Hab und Gut den Armen.
Karel Kašpar Reitenberger (1779 - 1860)

Karel Kašpar Reitenberger wurde 1779 im Städtchen Úterý, unweit von Teplá, geboren. Er war Ordensbruder im Kloster, und als im Jahre 1813 der Abt Pforgner starb, wurde er zu seinem Nachfolger. Reitenberger ließ Schulen, Krankenhäuser, errichten. Im Hungerjahr 1817 half er den Untertanen. Er hatte einen großen Verdienst für die Gründung der Kurstadt. Am Anfang half ihm der Fürst Anton Isidor Lobkovic, der hier 1817 zur Kur war. Er empfahl ihm auch den Kunstgärtner Václav Skalník aus Horín.
| < Zurück | Weiter > |
|---|




