

| Historky a povìsti Das wilde Tal der Quellen Vor 250 Jahren war das Tal, in dem heute Marienbad liegt, verlassen und unbewohnt, voll von Siimpfen und Mooren, aus denen zahlreiche Quellen entsprangen und ungenutzt in siidlicher Richtung abflossen. Der archäologische Fund von zwei uralten Bronzesicheln in diesem Tal ist kein geniigender Beweis fúr eine einstige Besiedlung. Auch die Sage von dem Keltenfiirsten Aribert, der die Stämme an der Eger beherrscht und mit seiner kranken Tochter an den hiesigen Quellen geweilt haben soll, beruht auf keiner historischen Grundlage. Sie entstand erst im l9.Jahrhundert. Ludolf Staab, der Verfasser der ersten Marienbader Geschichte (1872) beginnt sein Erzáhlen mit einem Seufzer:"So reich Marienbad an mineralischen Quellen ist, so spärlich fliel3en die historischen, welche uns iiber die Auffindung und die ersten Schicksale seiner Gesundbrunnen befriedigende Auskunft geben kdnnten. Dies darf jedoch nicht Wunder nehmen. War ja dieses reizende Thal, welches jetzt Marienbad heisst, noch vor hundert Jahren eine unwirthliche sumpfige Wildniss, welche wohÍ selten von dem Fusse eines Wanderers betreten wurde. Auch die erfinderische Sage, welche iiber die Entdeckung anderer Mineralquellen und Kurorte só viel Romantisches zu erzählen weiss, lässt uns hier ohne Nachricht. So mógen wohl Jahrhunderte lang diese Quellen nur Jägern, Holzarbeitern und Kohlenbrennern bekannt gewesen sein und wieder durch Jahrhunderte wurden sie von Landleuten der Umgegend ohne ärztliche Anordung in ihren Krankheiten beniitzt, bis der Ruf ihrer Heilkraft sich Bahn brach, in weitere Kreise drang und die Aufmerksamkeit der Fachmänner auf sie hinlenkte." Die Umgebung war allerdings bereits in grauer Vorzeit besiedelt. Die ältesten Ansiedlungen entstanden an dem Landessteig, der aus Deutschland durch das Egerland nach Bóhmen fiihrte. Später nannte man ihn den "KäNIGSWEG". An ihm lag die sogenannte Landespforte bei Sandau. Der Weg fiihrte iiber Kdnigswart auf das Hochplateau des Kaiserwalds und weiter iiber Einsiedl, Tepl, Kralowitz bis nach Mittelbdhmen. Die Trasse wich zu verschiedenen Zeiten von dieser Achse etwas ab. Einige Zeit fiihrte sie durch die Ortschaft Schanz am FuI3e des Berges Vogelherd, auf dem sich heute das Hotel MoNTy (fr.Egerländer) befindet, in Richtung zum Auschowitzer Burgberg und weiter iiber Wilkowitz und Mi.illestau nach Tepl. Auf dem Landessteig bewegten sich Handelskarawanen und Heerziige in beiden Richtungen. Im Wald oberhalb der Gaststätte NIMROD befindet sich noch eine Ringwallinsel, die mdglicherweise als Wachposten an dem Kdnigsweg diente. Die dichten Wälder der Umgebung gehdrten zu den Grenzforsten. In diesen war das Abholzen und Bauen von Siedlungen untersagt. Die Undurchdringlichkeit der Wälder sollte nicht gestdrt werden. Jene Forste bildeten sozusagen einen Schutzwall gegen feindliche Einiálle. Die Grenze Bdhmens bewachten hier die Tepler Freibauern (Tepler Choden), deren Zentrum Tepl war. In Kriegszeiten errichteten sie in den Wäldern Verhaue, im Frieden hielten sie Nachtwachen auf den Bergen und beobachtetenjede Bewegung in der Umgebung. Durch den Grenzwald fùhrten nur schmale Pfade. In diesem Urwald also sprudelten auf schwer zugänglichen Stellen Mineralquellen hervor. Hroznata der Gaugraf des Tepler Landes Klosterbrüder überführten seinen erkauften Leichnam ins Kloster und bestatteten ihn in einem Steinsarg. In diesem Sarg lag der Leichnam nahezu sieben Jahrhunderte. - Über Hroznatas Leben gibt es viele Legenden. Er wurde als Heiliger verehrt. Noch im 17. Jahrhundert wird er sogar als Landespatron von Böhmen angeführt. Unter Papst Urban VIII. (1625) wurde er aus der Liste der Heiligen gestrichen und erst im Jahre 1898, auf angestrengtes Betreiben der Prämonstratenser;, als Märtyrer seliggesprochen. Seine sterblichen Uberreste sind heute in der Pfarrkirche zum Heiligen Ägidius in der Stadt Tepl beigesetzt. Die Persone Hroznatas und eine Reihe von Urkunden ausjener Zeit belegen die damalige tschechische Besiedlung des Tepler Landes. Von besonderer Bedeutung ist die Bulle von Papst Gregor X. vom 23.5. 1273, worin Hroznatas Klosterstiftung bestätigt wird. Es werden 84 zum großen Teil tschechische Ortsnamen angeführt, aus der näheren Umgebung von Marienbad z.B. Hohendorf (Zádub), Abaschin (Závišín), Müllestau (Milhostov), Auschowitz (Ušovice), Wilkowitz (Vlkovice), Kuttnau(Chotìnov), Hollowing (Holubín) und Habakladrau (Ovesné Kladruby). Auf slawische Gründungen deutet der bis heute erkennbare kreisförmige Grundriß Tepler Ortschaften hin (sogenannte Rundlinge). Schon zu Hroznatas Zeiten war Tepl ein lebhafter Handelsplatz, wohin Tuch, Eisenerzeugnisse sowie Getränke aus Eger, und Pelzwaren, Leder und Honig aus dem Landesinneren kamen. Hroznatas Soldaten legten in der Umgebung eine Reihe von Dörfern an. Und zwar auf Grundstücken, die sie für treue Dienste zum Geschenk erhalten hatten. Erste bedeutende Patienten Das ewig Weibliche im Kurort Wie unterhielten sich die Gäste? Relativ frühzeitig wurden natürlich auch wieder die ersten Verbote des Hasardspielens erlassen. Vor allem in Österreich. Der Mineraloge Jacob Nöggerath aus Bonn notierte auf einer Reise nach Prag im Jahre 1837 folgende Bekanntmachung des böhmischen Landesguberniums, wonach ertappte Spieler mit 900 Gulden Strafe bedacht wurden, wenn sie sich nachfolgender Spiele schuldig machen sollten: Pharao, Basset, Würfeln, Passadieci, Lansquenet, Quindeci, Trente, Quaranta, Rauschen, Färbeln, Straschack, Sincera, Brennten, Molina, Labet oder Zwick, Wallacho, Makkao, Halb Zwölf oder Mezzo duodeci, Vingtun, Würbisch, Häufeln, Chamburin oder Rollet; eine erstaunliche Liste, die aber der Spielleidenschaft wohl in den wenigsten Fällen Abbruch getan haben mochte. In den österreichischen Ländern wurde Roulett niemals betrieben, und deshalb fuhren leidenschaftliche Spieler, wie etwa Fjodor Michajlowitsch Dostojevskij lieber nach Bad Homburg, Wiesbaden und weitere deutsche Städte, wo das Roulettspiel, bis zum Verbot im Jahre 1872, blühte. Die Spielsäle mit vornehmlich französischen Croupiers machten bis dahin eine Reihe deutscher Kurorte berühmt. - In Marienbad hieß zwar eines der Hotels (das heutige BALNEOLOGISCHE FORSCHUNGSINSTITUT HOTEL CASINO, aber außer einem bescheidenen Raum für Kartenspieler entstand dort keinerlei Spielhölle. Das Vereinshaus im Kurort trägt heute den schwungvollen und den Besucher irritierenden Namen CAsINo. Doch das ist erst eine Bezeichnung aus der Nachkriegszeit.
|
| Využijte našeho prùvodce po mìstì a okolí k rychlé orientaci a snadné cestì. |